Auswärts in Mainz (Spieltag 34)

16.05.2011

Letzter Spieltag. Auswärts in Mainz. Der ursprüngliche Plan sah vor Freitags nach Hamburg zu fahren, mit dem Sonderzug nach Mainz zu fahren und dann Sonntags mit dem Wochenendticket zurück ins Ruhrgebiet zu zuckeln. Berufliche Verpflichtungen machten uns leider einen Strich durch die Rechnung. Schweren Herzens mussten wir die Sonderzugkarten zurückgeben, uns Eintrittskarten organisieren und die direkte Fahrt vom Ruhrpott nach Mainz und zurück planen. Die Verkehrsmittelwahl gewann diesmal das Auto, auch wenn die Erinnerungen an die Rückfahrt nach dem letzten Auswärtsspiel der vorigen Saison noch präsent waren. Damals strandeten wir nach einem kleinen Problem mit unseren Radmuttern in Wetzlar und erreichten das Ruhrgebiet ungefähr 12 Stunden und einige hundert Euro ärmer als geplant (Details können hier nachgelesen werden).

Aber mal ehrlich – wie hoch sind die Chancen zweimal nacheinander auf der letzten Auswärtsfahrt eine Autopanne zu haben? Zumal das Unglücksauto diesmal gar nicht mit von der Partie war. Der Wagen unseres Vertrauens ist zwar klein, hat uns im Laufe der Saison aber schon des öfteren sicher und heile zu verschiedenen Fußballstadien des Landes gebracht. 16 Jahre ist nun wirklich kein Alter für ein Auto und auch mit voller Besetzung (5 Piratten plus Bier) kämpft er sich tapfer jede Steigung hoch.
Auf der Autobahn haben wir viel Gelegenheit Borussenfans auf dem Weg zur Meisterfeier zu beobachten. Busse und Autos mit schwarzgelbem Inhalt stauen sich bis ins Sauerland. Wir schaffen es problemlos bis nach Wiesbaden, wo wir versehentlich der Beschilderung zum falschen Stadion folgen. Dies gibt uns die Gelegenheit die Fahrt zur Bildungsreise werden zu lassen. Mainz ist die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz während das benachbarte Wiesbaden die hessische Landeshauptstadt ist. Irgendwo zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz ertönen seltsame Geräusche von der Unterseite unseres Autos. Beim Anfahren an der nächsten Ampel klingt unser Auto wie ein Mopped. Ziemlich Laut und nicht gesund. Wir röhren bis nach Mainz, finden das Stadion und einen Parkplatz, inspizieren kurz den hängenden Auspuff und gehen erstmal zum Stadion. Sorgen bereitet uns vor allem der Umstand, dass wir auf der Rückfahrt zu fünft im Auto sitzen werden und der Wagen entsprechend tief liegen wird, was bedeutet, dass der Auspuff schleifen könnte. Als Lösung versuchen wir einen Mitfahrer anderweitig unterzubringen und einfach zu hoffen, dass der Auspuff bis in den Pott hält. Klingt zumindest nach einem Plan, selbiger scheitert aber leider daran, dass wir keinen freien Autoplatz in den Pott finden.
Zum Glück schlägt das Wetter um und wir kehren zum Auto zurück um Jacken zu holen. Auf dem Weg zum Auto fällt uns auf, dass wir in direkter Nähe zu einer kleinen Autowerkstatt parken. Einer plötzlichen Eingebung folgend, schildern wir dort die Problematik und unsere Sorge, nicht mehr zurück ins wunderschöne Ruhrgebiet zu kommen, woraufhin der Werkstattfuzzi uns fragt woher genau wir kommen um dann zu erzählen, dass er ursprünglich aus Castrop kommt. Leider hat der nette Castroper Werkstattinhaber keine Hebebühne, kommt aber mit zu unserem Auto um den Schaden zu begutachten. Fachmännisch stellt er fest, dass das Auspuffrohr gerissen ist und geschweißt werden muss und hängt sich sofort an sein Handy um jemanden zu organisieren, der sowohl Hebebühne als auch Schweißgeraät besitzt. Nach zwei Anrufen haben wir einen Termin zur Auspuffreperatur nach dem Spiel.
Beruhigt machen wir uns wieder auf den Weg zum Stadion.

Im Block dann ziemlich viele, ziemlich betrunkene Menschen, aber eine sehr angenehme Stimmung. Zum sportlichen Teil sollen sich andere äußern, ich fand das Spiel war eine würdige Verabschiedung aus der Bundesliga. Trauriger Abschied von Lele und Eger nach Apfiff. Anschließend relativ zügiger Aufbruch unsererseits – das Auto muss schließlich noch in die Werkstatt.
Nach zwanzig Minuten ist der Auspuff fast wieder wie neu und das Auto klingt endlich wieder wie es klingen soll. Wir trommeln die Gruppe wieder zusammen und Keek darf endlich sein erstes Bier seit dem Heimspiel gegen Stuttgart („Ich trink erst wieder Alkohol, wenn wir ein Spiel gewonnen haben! [Pause] Oder am Ende der Saison.“) genießen. Dann geht’s zu fünft ins Auto und ab nach Hause. Im Auto vertreiben wir uns die Zeit mit dem Beantworten von Quizfragen aus Ben Redelings Halbzeitpause. Zwei Pimmelpausen (das Niveau will einfach nicht mit zu den Auswärtsfahrten) reichen aus und wir sind gegen 22 Uhr wieder in am Startpunkt unserer Reise wo sich der harte Kern noch einen Absacker genehmigt um sich dann übers Ruhrgebiet zu verstreuen.

Fazit: Trotz erneuter Autopanne kaum Verzögerungen bei Rückfahrt. Ob sich jemand findet, der nächste Saison freiwillig mit seinem Auto zum letzten Auswärtsspiel fährt, ist jedoch fraglich…


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