Auswärts in Wolfsburg (Spieltag 30)

18.04.2011

Obwohl sich alle extra zeitig auf den Weg gemacht hatten, trudelten die gesammelten Mitfahrer mit einiger Verspätung am Treffpunkt ein. Die Ausreden zum Nachlesen und Auswendiglernen hier:

  • Die Oma, die beim Bäcker vor mir stand, hat in cent-Stücken bezahlt, da hab ich die Straßenbahn verpasst
  • Die Ampeln in Bochum sind so komisch geschaltet, dass man nie fahren kann
  • Wir haben uns verquatscht und vergessen an der richtigen Haltestelle auszusteigen

Der Rest der Fahrt verlief dann recht problemlos. Die verlorene Zeit wurde durch Streichung einiger Pinkelpausen wieder rein geholt. Hier half das allseits beliebte Spiel ‘Wer zuerst sagt, dass er pissen muss, ist ein Arsch’. Drei der vier Mitfahrer pokerten hoch und wurden für ihre Risikobereitschaft belohnt (Glückwünsche zu seiner Primanerblase gehen an dieser Stelle nochmal an Enno).
In Wolfsburg verzichteten wir auf die Besichtigung des historischen Stadtkerns und folgten gleich der Beschilderung zum Stadion, die uns auch bald auf ein großes, verglastes Gebäude zuführte. Dieses hätte von einer Schwimmhalle, über ein Autohaus bis hin zu einem Bürogebäude so ziemlich alles beherbergen können, war aber unser Ziel: Die Volkswagen Arena.
Vom Parkplatz aus war es nur ein kurzer Fußmarsch zum Gästeblock, vorbei an einer Wasser-Ski Anlage und dem ‘Berg der Leiden’, der sich allerdings eher als Hügelchen der Leiden entpuppte. Beim Bier austrinken und Mampfen vorm Gästeblock, gab es mal wieder die Gelegenheit eher weniger sympathische Fans unseres Vereins zu beobachten: Typ ohne Karte will jemanden, der eine Sitzplatzkarte zum Originalpreis anbietet herunterhandeln. Als der Verkäufer darauf nicht eingeht, bleibt der Kartensucher neben ihm stehen und wartet drauf, dass der Verkäufer doch noch nach gibt und ihm die Karte günstiger überlässt. Ziemlich beschissene Aktion. Wenn ich ins Stadion will und vor selbigem noch eine Karte suche, erwarte ich, dass Leute mit überzähligen Karten für diese nur den Originalpreis verlangen. Genauso mies wie überteuerte Preise ist es aber auch, sich den Stadionbesuch von einem anderen St. Paulianer cofinanzieren lassen zu wollen. Der Verkäufer blieb zum Glück hart und wir hoffen, er hat die Karte noch an wen anders verkaufen können.
Die Vegetarier hatten einen harten Tag. Vorm Stadion gab es nur Wurst und Burger (‘Wolfsburger’), drinnen immerhin Brezel als vegetarische Alternative zu Wurst und Fischbrötchen. Eine alkoholhaltige Alternative zu Cola und alkfreiem Krombacher fehlte leider völlig. Immerhin trieben wir später in einem anderen Block Pommes auf.
Genug der nicht vorhandenen Gaumenfreuden, wir reisen ja nicht zum Essen nach Wolfsburg. Das Spiel ließ Hoffnung schöpfen. Nach einer ermüdenden Anfangsphase, war der magische FC St. Pauli zwar besser, trotzdem gingen die Wolfsburger in Führung. Hand oder Abseits – der Schiri hatte die freie Wahl, entscheidet sich jedoch das Spiel weiter laufen zu lassen und Diego bekommt einen Hand-Scorerpunkt und Mandzukic ein Abseitstor geschenkt. In der zweiten Halbzeit, dann die Führung durch Naki und Lehmann. Die Wolfsburger wurden in der Folge immer nervöser, unsere Jungs verpassten es die Führung weiter auszubauen und in der 89. Minuten grüßte mal wieder das Murmeltier.
Mit hängenden Köpfen und einer Mischung aus Wut und Resignation (die kurz später wieder der Hoffnung wich) schlichen wir zum Auto und machten uns wieder auf den Weg ins wunderschöne Ruhrgebiet. Und weils da so schön ist, drehten wir noch ne Ehrenrunde durch den Pott und besiegten dabei die Spritreichweitenanzeige (0 km noch? Uns doch egal!).
Fazit: Auswärts siege fahrten sind schön anstrengend.


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