Kein Zwanni...

8.12.2010

Zustimmend haben wir genickt als die Dortmunder Borussen Anfang der Saison aufgrund der überhöhten Eintrittspreise in die Schalker Arena beim Derby zum Boykott desselben aufriefen. Die veröffentlichte Forderung ‘Kein Zwanni für nen Steher’ finden wir völlig richtig.
Fußball muss bezahlbar bleiben. Für jeden. Eintrittspreise von 20€ für einen der wenigen Stehplätze und Preise jenseits der 35€ für die günstigsten Sitzplätze führen zwangsläufig zu einer sozialen Selektion in den Fußballstadien.
Wir haben die Fans des BVB bewundert für ihre Entscheidung bei dem Spiel gegen Schalke, zweifelsfrei eine der wichtigsten Partien der Saison für jeden schwarz-gelben, durch Abwesenheit zu glänzen. Natürlich war das Stadion trotzdem nicht so leer wie es wünschenswert gewesen wäre, aber immerhin – ein paar leere Plätze waren deutlich zu sehen und die Aktion erfuhr eine breite Aufmerksamkeit.

Auch wir haben in dieser, unserer ersten Saison in der ersten Liga seit langem, bei einigen Spielen schon tief in die Tasche greifen müssen. 17,80€ in Köln oder 16,50€ auf Schalke – für uns ohne Topspiel-Zuschlag – sind durchaus grenzwertig. Glücklich konnte sich dabei schätzen, wem es überhaupt gelang einen der knappen Stehplätze zu ergattern und nicht auf einen Sitzplatz ausweichen musste.

Jetzt steht unser Derby gegen den HSV vor der Tür und ein Blick auf die Kartenpreise hat wohl den meisten die Vorfreude auf dieses Auswärtsspiel gründlich verdorben. Ein Stehplatz in der AOL-HSH-Nordbank-Imtech-Arena soll 20€ kosten, wer aus irgendwelchen Gründen sitzen möchte oder keinen der 1.100 Stehplätze bekommt, muss 38€ für den günstigsten Sitzplatz auf den Tisch legen.
Nun stehen wir vor derselben schwierigen Entscheidung, die die Borussen im Spätsommer treffen mussten. Lassen wir uns dieses Derby und damit eventuell die Freude ein paar Punkte mit nach Hause nehmen zu können entgehen und lassen unsere Mannschaft bei diesem wichtigen Spiel allein oder atmen wir tief durch und schieben den Zwanni über den Verkaufsthresen des Kartencenters und geben damit gleichzeitig unsere Zustimmung zu solchen Preisen?

Wir, die Ruhrpottpiratten, haben uns entschieden. Wir werden nicht versuchen Karten für das Auswärtsspiel beim HSV zu bekommen und hoffen, dass möglichst viele andere St. Paulianer ebenso denken wie wir und das Stadion nicht ausverkauft sein wird.
Auch wir würden liebend gern dabei sein und unsere Mannschaft gerade in diesem Spiel anfeuern, aber wir sind der Meinung, dass jeder, der solche Preise zahlt, sein stummes Einverständnis zu einer solchen Preispolitik gibt.

Wünschenswert wäre es, dass die Rechnung des HSV nicht aufgeht und der Topspielzuschlag keine zusätzlichen Einnahmen sondern ein Minus in die Kassen spült.


Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.